Mit dem Motorrad durch Patagonien (Chile/Argentinien)

Teil 2:  von der Carretera Austral über die argentinischen Nationalparks nach Feuerland

 

Die Fahrt entlang des Lago General Carrera war grandios, immer wieder hieß es Anhalten zum Fotoshooting

Und bald erreichten wir die chilenisch - argentinische Grenze bei den Ortschaften Chile Chico und Los Antiguos

Nach einer Übernachtung in San Antiguos ging es in Argentinien weiter Richtung Süden, teils auf Schotterpisten, teils auf Teerstraßen, die kilometerlang Schnur gerade durch die karge Vegetation führten

Wir machten eine Tank und Essenspause in Bajo Caracoles, hier mit Hans-Jörg und Helmut, und dann machten uns Warnschilder auf Guanakos aufmerksam

Bald sahen wir die ersten Guanakos am Rande Straße bzw, beim Überqueren der Straße, Luftspiegelungen zeigen weit entfernte andere Fahrzeuge

Während die meisten Guanakos leichtfüßig über die Zäune an der Straße sprangen hat es dieses scheinbar nicht geschaft und blieb hängen und verendete, doch wird andererseits schon wieder Nachwuchs gezeugt

Wir übernachteten auf der Estancia La Angostura, die sehr schön in einer Fluss- un Sumpflandschaft liegt

Dort gab es Pferde, Schafe, Hunde, Katzen, viele Vogelarten, darunter auch Flamingos. Hier wurden auch gerade Schaffelle zum trocknen aufgehängt

Die Weiterfahrt führte uns in den Los Glaciares Nationalpark, hier ist das Eingangstor in den Park zu sehen

Wir fuhren nach El Chalten, dem Wander- und Bergsteigerdorf, von dem man die bekannten Berge Cerro Fritz Roy, Cerro Torre und Cerro Morino bewundern kann

Zum ersten Mal seit Valparaise übernachteten wir nicht im Zelt sondern im Hotel und gingen am Abend zusammen essen

Am nächsten Morgen gingen wir zum Wandern auf dem Weg zum Torre Fritz Roy. Dort trafen wir auch auf die lustig gekleideten Japanerinnen

Wir fotografirten El Chalten von oben doch auf dem Weiterweg fing es immer stärker an zu regnen und wir kehrten bald um. Von den bekannten Bergen bekamen wir keinen zu Gesicht

Nachdem es während der Nacht endlich zu regnen aufhörte gab es morgens wieder sehr schönes Wetter und man hatte auf der Weiterfahrt einen schönen Blick zurück auf El Chalten und den Torre Fitzroy 

An einer Aussichtsstelle wartetetn Füchse auf Abfäller der Menschen, und bald näherten wir uns dem Perito Moreno Glettscher bei El Calafate

Beeindruckend schiebt sich der Gletttscher in den Lago Argentina, und besonders interessant ist es wenn Eistürme vom Glettscher in den See fallen

Anhand der Menschen auf dem linken Bild und dem Boot auf dem rechten Bild kann man die Höhe der Abbruchkante des Perito Moreno-Glettschers erahnen. Dort wo das Wasser weiß gefärbt ist ist gerade ein Eisbrocken abgebrochen

Am Abend ginegen wir dann in El Calafate erst ein Bier trinken und dann zum Lamm essen, die hier am offenen Feuer gebraten werden

Am nächsten Tag gingen wir auf einen Bootstrip zu weiteren Glettschern, doch das Interessante hier sind auch die Eisberge, die sich vom Glettscher abgetrennt haben

Nach einem Besuch eines Eisberges am Upsala Glettscher fuhren wir noch zum Glettscher Spegazzini

Dort ist die Abbruchkante teilweise sogar noch höher als beim Perito Moreno

Am Morgen ging es von unserem Zeltplatz am Lago Roca weiter, doch kurz vor El Calafate ging mein Motorrad einfach aus und war nicht wieder zu starten. Vermutlich hatte sich durch das hier schlechtere bzw. verunreinigte Benzin der Benzinfilter zugesetzt und lies nun nicht mehr genug Sprit durch. Jetzt musste das Motorrad leider auf den Hänger, da heute Samstag war und die Motorradwerkstatt in El Calafate erst wieder am Montag öfffnete. Nächste Reparaturmöglichkeit ist jetzt in Punta Arenas am Montag. Kurz darauf hatte auch ein anderer Tourteilnehmer Plattfuss, der konnte jedoch vorort repariert werden

Wir überquerten wieder die grenze von Argentinien nach Chile und kurz danach machten wir Mittagspause in einer netten Absteige. Und bald waren die ersten Gipfel unseres heutigen Zieles, dem Nationalpark Torres del Paine, zu sehen, hier schön mit Nandus im Vordergrund

Und auch die Guanakos ließen sich blicken und haben hier aufgrund der vielen Touristen auch wenig scheu

Besonders das Guanako im Wasser bot ein tolles Bild, doch wir mussten weiterfahren

Bald erreichten wir den Parkeingang und fanden eine wunderschönen Campingplatz am Lago Azul. Ist es nicht prächtig, morgens aus dem Zelt raus und Blick auf die Torres des Paine?

Dort gab es auch ein Wiese mit Lupinien und auch eine sehr seltene Blume, die Pantoffelblume

Das Gebirge in seiner ganzen Pracht

Danach ging es weiter zum Campingplatz Pehue im Süden vom Nationalpark vorbei an einem kleineren Wasserfall. Der Campingplatz bietet eine spektakuläre Aussicht auf die Cuernos del Paine

und nicht weit entfernt, direkt am Lago Peuhe, wurde die Ansicht noch grandioser

Noch am Abend hatten wir eine interessante Wolkenansicht, und am Morgen ging es dann direkt nach Punta Arenas, wo wir mein Motorrad bei einer Werkstatt abgaben, die sich speziell mit BMW-Motorrädern auskennnt

Während die anderen Richtung Feuerland weiterfuhren blieb ich in Punta Arenas und quartierte mich in dem Hostal Rubio, das auch am Ende unserer Tour auf dem Plan steht, für 2 Nächte ein. Ich schaute mir die Stadt ein wenig an, diese ist für südamerikanische Verhältnisse sehr sauber und gepflegt

Die Polizei ist in der Innenstadt überall present, doch gibt es auch andere Stadtgebiete wo die Leute ihren Rausch auf der straße ausschlafen

Nachmittags ging ich dann zur Werkstatt und es stellte sich heraus, dass nur verschmutztes Benzin für den Ausfalll des Motorrads gesorgt hatten. Nach ein paar Problemen mit der Tankdichtung wurde es etwas spät und ich konnte erst am Folgetag weiterfahren. Die Straße Richtung Feuerland heißt Ruta del Fin del Mundo, also Straße am Ende der Welt. Mit der Fähre ging es dann rüber nach Feuerland

Ein Schild weißt auf die Zugehörigkeit Feuerlands zu Patagonien hin, was aber nicht von allen so gesehen wird. Die Straße Richtung Süden führt am Atlantischen Ozean entlang

Ich erreichte nach 550 km den für die Gruppe vorgesehehen Campingplatz Hain in Tolhuin und es waren auch schon Tourteilnehmer da. Sie sagten mir, dass es bis nach Ushuaia nur noch 100 km sind. Also da musste ich noch hin. Ich fuhr die 100 km und war somit in der südlichsten Stadt der Welt! Und fuhr aber auch gleich mit anderen Tourteilnehmern, die ich in Ushuaia traf, wieder zum Campingplatz Hain zurück, das waren dann heute 750 km auf dem Motorrad

Dieser Campingplatz ist sehr interessant, allerlei Abfall wurde dort zu künstlerischen Produkten verarbeitet, wie z.B. den Flaschenbäumen

Der Campingplatz liegt direkt am Lago Fagnano, hier herrscht immer sehr starker Wind, wie eigentlich auf ganz Feuerland, und die Temparatur ging auf fast 0 Grad zurück. Ich baute wegen des Windes mein Zelt hinter einem Holzzaun auf. Am Abend bot sich eine tolle Aussicht auf den See

Auf der Weiterfahrt am nächsten Tag hatte erst Jürgen mit dem Truck eine Reifenpanne, dann später auch noch Ralf, jetzt schon zum zweiten Mal

Die Piste führte über 2 Pässe mit Serpentinen, und aufgrund des Regens war besonders der erste mit sehr vielen Schlammpassagen, besonders in den Kurven, schwierig zu befahren

Unterwegs kamen wir an einem von Bibern aufgestauten kleinen See vorbei und es lies sich auch einer blicken

Wir hatten für die Weihnachtstage vom 24. - 26.12. Hütten auf einer Estanzia am westlichen Ende des Lago Fagnano reserviert, doch ich zog es trotzdem vor, im Zelt zu schlafen! Es war auch die bessere Entscheidung, denn der Lärmpegel während der Nacht soll recht laut gewesen sein :-)

Am ersten Weihnachtstag gab es Lamm, dieses wurde auf Spieße gesteckt und dann 3,5 Stunden am Feuer gegrillt. Das war vielleicht lecker ....

Die Weiterfahrt ging wieder durch den Regenwald und die Flechten an den Bäumen boten einen bizarren Anblick. Es hatte wieder geregnet und sowohl das Motorrad als auch der Fahrer wurden ziemlich eingeschlammt

Auf unserer Strecke am Meer entlang fuhren wir auch an einer Pinguinkolonie vorbei

Während die anderen noch eine Nacht auf Feuerland verbrachten, zogen Robert und ich es vor, gleich weiter nach Punta Arenas zu fahren. Leider mussten wir aufgrund einer Siesta 1,5 Stunden an der Tankstelle in Russfin warten, so dass wir die Fähre, die von Porvenir nach Punta Arenas fährt, knapp verpassten. So fuhren wir weitere 300 km um die Bucht und kamen dann gegen 10 Uhr abends in Punta Arenas an

Die Patronon Irma bestand darauf, gleich nach der Ankunft ein Bild an ihrem reich geschmückten Weihnachtsbaum zu machen. Am nächsten Tag machten wir eine Stadtbesichtigung, und an vielen Stellen zieren Bilder die Häuser bzw. Fassaden. Eigentlich ist hier eine glatte Fläche .....

Dann besuchten wir ein Museum, an dem sowohl das Schiff von Magellan, mit dem er die Weltumsegelung machte und hier Punta Arenas gründete, als Nachbau ausgestellt wird, als auch das Schiff mit dem Darwin Südamerika usw. erkundete

Überall in der Stadt weisen Monumente auf Magelllan und die Landbesitznahme hin

Im Hof des Hostals Rubio sind alle Motorräder geparkt bevor es zum Zoll für den Rücktransport bzw. die Containerbeladung ging. Doch leider war an diesem Tag die Beladung nicht mehr möglich, so dass am Ende Jürgen und Jonathan mit 2 Hafenarbeitern die Beladung alleine vornehmen mussten

So ging es dann am letzten Abend zum gemeinsamen Essen in das Restaurant Luna in Punta Arenas

Die Reise ist vorbei und ich bin wieder gut in Deutschland angekommen, während mein Motorrad im Moment durch eine Spedition von Punta Arenas nach Valparaiso überführt wird und rechtzeitig vor meiner nächsten Reise, der Ruta Norte, ankommt, die dann durch den Norden von Chile sowie Bolivien und Peru im Februar und März 2016 führen wird. 

 

Wir haben es leider nicht geschaft, ein Foto mit allen Teilnehmern zu erstellen, deshalb hier zumindest ein Foto mit einem Teil der Mannschaft:

von links nach rechts: Robert, Susanne, Andreas, Jürgen (Reiseveranstalter, Tourguide und Tourkoch), Horst, Wolf-Dieter, Stefan, Martin (ich), Rene, Kayan, Jonathan (Helfer von Jürgen, "Mädchen" für alles), Wolfgang

nicht auf dem Bild sind Ralf, Constanze, Thomas, Hans-Jörg, Helmut und Rainer